Die meisten Kanzleien verteilen ihr Marketing gleichmäßig übers Jahr — die Nachfrage ihrer Mandanten tut das nicht. Zwischen dem schwächsten und dem stärksten Monat liegen in unseren Daten über 40 % Unterschied. Wer diesen Rhythmus kennt, holt aus demselben Budget deutlich mehr Anfragen.
Die Monatsdaten
Gesamtes Suchvolumen aller 1.057 Anwalts-Keywords, indexiert auf den Jahresdurchschnitt (100):
| Monat | Saisonindex | Einordnung |
|---|---|---|
| März | 123 | Jahres-Peak |
| Juli | 110 | Sommer-Hoch |
| September | 107 | Nach-Ferien-Hoch |
| Januar | 106 | Jahresauftakt |
| August | 100 | Durchschnitt |
| Oktober | 100 | Durchschnitt |
| Februar | 100 | Durchschnitt |
| November | 96 | leicht unter Schnitt |
| April | 92 | Frühjahrs-Delle |
| Juni | 91 | Vor-Sommer-Delle |
| Mai | 88 | schwach |
| Dezember | 87 | Jahres-Tief |
Warum der März explodiert
Der Peak passt zum Muster akuter Rechtsanliegen: Trennungen der Feiertage werden im Frühjahr zur Scheidungsberatung, Kündigungswellen und Umstrukturierungen des Jahresbeginns erreichen die Arbeitsrechtler, liegengebliebene Erb- und Steuerthemen des Jahreswechsels werden endlich angepackt. Dazu kommt der Januar-Effekt („neues Jahr, jetzt kläre ich das“), der sich über Februar aufbaut und im März entlädt.
Auffällig ist auch das Sommer-Hoch im Juli (110): Urlaubszeit ist Konfliktzeit — Reiserecht, Nachbarschaftsstreit, aber auch die in Ruhe gefasste Entscheidung, „nach dem Urlaub“ die Trennung oder den Jobwechsel anzugehen.
Der Budget-Kalender für Kanzleien
- Dezember — Vorbereitung: Zielseiten, Google-Profil, Bewertungslink, Kampagnen-Setup. Kein Push-Budget in die schwächste Nachfrage.
- Januar bis März — Vollgas: Der wichtigste Zeitraum des Jahres. Hier gehören 35–40 % des Jahresbudgets hin; der März allein liefert fast ein Viertel mehr Nachfrage als ein Durchschnittsmonat.
- April bis Juni — Effizienz: Nachfrage-Delle. Budget auf die profitabelsten Keyword-Gruppen konzentrieren, Quartalsauswertung fahren.
- Juli und September — zweite Welle: Sommer-Hoch und Nach-Ferien-Hoch gezielt mitnehmen — viele Wettbewerber pausieren ausgerechnet jetzt („Sommerloch“-Irrtum).
- Oktober/November — Ernten & Planen: Solide Durchschnittsmonate; parallel die Dezember-Vorbereitung terminieren.
Wichtig: Der Kalender gilt für das Gesamtvolumen. Einzelne Rechtsgebiete takten eigenwillig — akutgetriebene Gebiete (Strafrecht, Verkehrsrecht) schwanken weniger, entscheidungsgetriebene (Familienrecht, Erbrecht) stärker. Für die Feinplanung lohnt der Blick in die Daten des eigenen Rechtsgebiets.
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